Zweisprachig im Spektrum

Zweisprachigkeit und Autismus


Ein Kommentar

Hallo 2014!

Ich lese den Titel nochmals durch und muss schmunzeln, denn der Gesichtsausdruck des kleinen Prinzen ist dermaßen charmant, wenn er jemanden mit seinem euphorischen Winken begrüßt. Das neue Jahr ist schon wieder 10 Tage alt. Langeweile ist schon längst ein Fremdwort geworden, nicht erst seit heuer, wobei der kleine Prinz die erfreuliche Hauptverantwortung für diesen Umstand trägt.

Er ist nun schon recht geübt auf den Beinen und läuft den Großteil des Tages begeistert überall herum. Selbst mit seinen Winterstiefeln an den Füßen kann er sich schon schnell und sicher fortbewegen. Zur großen Freude seines Papas kickt er weiterhin mit Begeisterung Bälle durch die Wohnung, und quietscht voll Vergnügen „eso“ (auf Deutsch in etwa „jawohl“) und „gol“ (auf Deutsch „Tor“) dazu.

Ich müsste täglich Aufzeichnungen führen, um seine Wortschatzerweiterungen lückenlos dokumentieren zu können. „Danke“ hat sich schon vor Wochen zu ‚da-tn‘ weiterentwickelt, er sagt „Hase“, und zwar mit dem „H“ am Anfang, und schnüffelt dazu ganz niedlich, er sagt „Nase“, steckt seinen Finger in meine Nase und kichert begeistert, wenn ich meinen Kopf wegdrehe. Beim Wickeln sagt er immer „Popo“, die Aussprache von „Apfel“ hat sich perfektioniert, und heute Morgen hat er mich mit einem „Katze“ überrascht, wobei für ihn „Mäh“ und „Miau“ derzeit dasselbe sein dürften. Er sagt ‚kocho‘ (für Spanisch „rojo“, auf Deutsch „rot“) zu seiner roten Rassel, und wenn seine abuelita (= Omi) beim Skypen sagt: „hijo lindo“ (mein hübsches Kind), dann plappert er das nach, er macht die Laute der Eule nach, wenn er ein Bild einer Eule oder eines Waldkauzes sieht, die Aussprache von „Krokodil“ gelingt ihm immer häufiger, und auf Spanisch ist vor einigen Tagen „caracol“ (Schnecke) hinzugekommen (‚cacol‘). Und das sind nur die Wörter, die wir gut zuordnen können, denn der kleine Prinz plappert den lieben langen Tag, manchmal sogar im Schlaf. Ziemlich häufig sagt er ‚puta‘ (was besonders während Skype-Gesprächen für Gelächter sorgt, denn es bedeutet „Nutte“ im Spanischen). Was er damit meint, müssen wir erst herausfinden. Er sagt ‚anna‘ und ‚anel‘ (wovon ich anfangs dachte, er würde seine Kusine Johanna und seinen Cousin Manuel meinen, allerdings sagt er es über den Tag verteilt so häufig, dass die beiden ihn entweder unglaublich beeindruckt haben, oder es etwas anderes bedeuten soll). Möglicherweise ist er einfach gerne in Gesellschaft von Kindern, und die beiden sind eben diejenigen, die er am häufigsten sieht. Morgen steht die nächste Familienfeier an, da werde ich diese Annahme überprüfen. Außerdem hat er gestern zum ersten Mal „Omi“ gesagt, und im Spanischen sagt er neuerdings ‚nano‘ (für „mano“, auf Deutsch „Hand“). Von seiner abuelita hat er sich abgeschaut, „no“ (= „nein“) zu sagen und dabei den Zeigefinger vor seinem Gesicht von links nach rechts zu bewegen, das sieht unheimlich keck aus! Ebenso süß ist es, wenn er mit dem Zeigefinger auf seinen eigenen Brustkorb tippt und „du“ bzw. „tú“ sagt (hier decken sich die beiden Sprachen wieder).

Im letzten Blogeintrag in 2013 habe ich kurz das Thema angeschnitten, welche Strategien es denn für die zweisprachige Erziehung von Kindern gibt. Heute möchte ich diese Strategien näher ausführen und erklären. Die Auswahl der passenden Strategie hängt u. a. davon ab, über welche sprachlichen Ressourcen man verfügt.

In ihrem Buch weist Barbara Zurer Pearson darauf hin, dass es zwar wichtig ist, eine einmal festgelegte Strategie beizubehalten und konsequent durchzuziehen, dass das aber nicht bedeutet, dass man etwas erzwingen muss. Sie betont, dass man sich auch eine gewisse Flexibilität erlauben soll und dass es auch vorkommt, dass eine Familie ihre Strategie wechseln muss – entweder, weil sich die Rahmenbedingungen verändern, oder weil die gewählte Strategie nicht gut funktioniert.

1)      OPOL (One Parent One Language)

In dieser Strategie spricht der eine Elternteil die eine Sprache, der andere Elternteil spricht die zweite Sprache mit dem Kind. Am häufigsten sprechen beide Eltern jeweils in ihrer Muttersprache mit dem Kind. Es kommt jedoch auch vor, dass ein Elternteil die schwächere Sprache mit dem Kind spricht, während der andere Elternteil in der lokalen Sprache mit dem Kind kommuniziert, obwohl diese nicht seine Muttersprache ist. Wenn beide Eltern eine unterschiedliche Muttersprache haben als die lokale Sprache, so kann es vorkommen, dass das Kind dreisprachig aufwächst (Muttersprache des Vaters, Muttersprache der Mutter, lokale Sprache).

Bei OPOL müssen sich die Eltern entscheiden, welche Sprache sie miteinander sprechen möchten, und wie sie es handhaben möchten, wenn das Kind dabei ist. Wir zum Beispiel sprechen Spanisch miteinander. Auch wenn unser Sohn dabei ist, spreche ich Spanisch mit meinem Mann und Deutsch mit meinem Sohn. Auf diese Weise hat unser Sohn mehr Impulse auf Spanisch, da Deutsch ohnehin vom Umfeld gesprochen wird.

Studien zufolge scheint OPOL jene Strategie zu sein, die von den Kindern am besten akzeptiert wird und auch am einfachsten funktioniert.

2)      mL@H (Minority Language at Home)

In dieser Strategie wird die schwächere Sprache von allen Familienmitgliedern zu Hause gesprochen. Zweisprachige Eltern sprechen in der Regel die schwächere Sprache zu Hause und die andere Sprache in der Gemeinschaft. Die Kinder sprechen zu Hause automatisch die schwächere Sprache. Früher hatte diese Strategie einen eher schlechten Ruf, doch heute wird sie wieder mehr und mehr anerkannt. Diese Strategie bietet dem Kind einen stärkeren Kontakt zur schwächeren Sprache, als dies bei OPOL der Fall ist. Die Kinder scheinen überhaupt kein Problem damit zu haben, mit derselben Person zwei unterschiedliche Sprachen zu sprechen, abhängig davon, wo sie sich befinden.

Ich für mich hätte  es mir nicht  vorstellen können, mit meinem Sohn nur Spanisch zu sprechen. Ich will ihm die Kinderlieder vorsingen, die auch mir vorgesungen wurden, ich möchte ihm Geschichten weitergeben, die mir meine Großeltern erzählt haben und so weiter. Ich denke, diese Strategie ist sehr gut geeignet für eine Familie, in der die Eltern dieselbe Muttersprache haben und in einem Land leben, in dem eine andere Sprache gesprochen wird.

3)      T&P (Time and Place)

Diese Strategie wird häufig in zweisprachigen Bildungseinrichtungen angewandt: Abhängig von der Zeit und vom Ort werden die Sprachen gewechselt; zum Beispiel wird am Vormittag die schwächere Sprache gesprochen, am Nachmittag die Erstsprache, eine Woche lang wird ein Fach in Englisch unterrichtet, die darauffolgende Woche in Spanisch etc. Meist wird darauf geachtet, dass auch die Räume entsprechend gewechselt werden.

4)      MLP (Mixed Language Policy)

Diese Strategie besteht darin, die Sprachen zu „mixen“. Die Eltern verwenden in dieser Strategie jene Sprache, die am besten zur kommunikativen Situation passt. Beispiel: Die Eltern sprechen mit ihren Kindern über die Schule in der Sprache, die in der Gemeinschaft gesprochen wird, in der die Familie lebt. Danach sprechen sie über eine Familienfeier und wechseln zur Zweitsprache. Andere Eltern wiederum wechseln immer zwischen beiden Sprachen, sie sprechen im so genannten „zweisprachigen Modus“ und motivieren dadurch auch ihre Kinder dazu. Für viele Eltern ist es absolut natürlich, zwischen den Sprachen hin- und herzuschalten, und sie würden sich unwohl fühlen, das zu ändern.

Zurer Pearson schreibt, dass es bestimmt viele Familien gibt, für die MLP gut funktioniert. Sie empfiehlt diese Strategie dennoch nicht für die zweisprachige Erziehung. Ich persönlich finde es auch eher anstrengend, wenn jemand so spricht.

Nun könnte man meinen, dass nur Eltern, die zwei unterschiedliche Muttersprachen mitbringen, ihr Kind zweisprachig erziehen können. Zurer Pearson schreibt dazu: Es muss nicht zwingend ein Elternteil sein, durch den das Kind eine Sprache entwickelt. Natürlich ist es am praktischsten und – meiner Meinung nach – wohl mit einem geringeren Aufwand verbunden, wenn ein Elternteil dem Kind die Sprache vermittelt. Es gibt jedoch durchaus auch andere Möglichkeiten.

Viele Eltern haben Bedenken (ich gehöre da auch dazu), dass sie eventuell Fehler oder einen Akzent an ihre Kinder weitergeben, wenn sie mit ihnen eine Sprache sprechen, die nicht ihre Muttersprache ist. Zurer Pearson schreibt zu diesem Thema, dass es keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass eine Sprache sich verschlechtern würde, weil sie von einem Nicht-Muttersprachler mit dem Kind gesprochen wird. Zurer Pearson meint, dass der Vorteil, den es den Kindern bringt, die Zweitsprache verstärkt anzuwenden, bedeutender ist als der Nachteil, dass die Kinder eventuell den einen oder anderen Fehler übernehmen. Ich denke mir, dass das vor allem daher möglich ist, weil man ohnehin darauf achten muss, dass mehr sprachlicher Input kommt, um die Zweitsprache ausreichend „reifen“ zu lassen. Wenn das Kind dann zusätzlich zum nichtmuttersprachlichen Elternteil mit unterschiedlichen Muttersprachlern kommuniziert, dann wird sich die Sprache natürlich und gut entwickeln können. Aus unserer Erfahrung kann ich nur sagen, dass es – zumindest vorerst noch – in unserem Tagesablauf zeitlich kaum machbar wäre, ein „English meeting“ oder dergleichen zu besuchen.  Vielleicht müssen wir uns einfach noch etwas besser organisieren, aber ich glaube eigentlich, dass einmal wöchentlich fast das Minimum ist, damit Sohnemann die englische Sprache als sinnvoll und attraktiv anerkennen würde…

Mit diesen Gedanken schließe ich den heutigen Blogeintrag und wünsche allen Leserinnen und Lesern einen schönen Start ins Wochenende!


Ein Kommentar

Die Laute der Muttersprache(n)

Die Osterferien sind vorbei und so unternehme ich wieder meine allwöchentliche Reise an die Uni Graz, um meine drei Kurse Übersetzen vom Spanischen ins Deutsche zu unterrichten. Wie immer nutze ich den Zug als „mobiles Office“, lese und recherchiere viel und notiere mir den einen oder anderen Gedanken. Gestern habe ich mir während des Babyschwimmens, bei dem sich der kleine Prinz wieder von seiner besten Seite gezeigt hat, die Frage gestellt, ab wann ein bilinguales Baby denn die Laute der Muttersprache beherrscht. Sohnemann brabbelt ja bereits seit Längerem fast den ganzen Tag und übt sich darin, mit seinen niedlichen Lippen alle möglichen Laute zu bilden. Auch mit den Höhen und Tiefen seiner Stimme spielt er sich in der letzten Zeit regelmäßig. Er hat die  größte Freude damit, wenn er von Mama oder Papa dabei begleitet wird.

Laut dem Bielefelder Institut für frühkindliche Entwicklung, Diagnostik und Intervention e. V. ist unser Sohn ein „simultan zweisprachiges“ Kind, da er von Geburt an mit zwei Sprachen aufwächst (im Unterschied zu „sukzessiv zweisprachigen“ Kindern, die die Zweitsprache erst nach dem Alter von 3 Jahren erlernen). Damit Sohnemann sich diesen „Status“ beibehält ist es wichtig, dass er beide Sprachen sehr oft hört. Offenbar beeinflussen sich im Zuge der Sprachentwicklung diese beiden Sprachen im Hinblick auf die Aussprache. In unserem Fall kann oder wird es vielleicht so sein, dass der kleine Prinz das „r“ auch im Deutschen „rollt“, um ein mögliches Beispiel zu nennen. Bei der aktuellen Lautproduktion unseres Sohnes höre ich jedoch bereits ein „deutsches r“. Ich bin gespannt, ob sich dies über die Monate hinweg verändert, oder ob Sohnemann vielleicht in diesem Punkt eine Ausnahme darstellt.

Die Laute des Deutschen und des Spanischen sind für unseren kleinen Prinzen ja etwas Alltägliches. Dass er etwas verwundert reagiert, wenn er zum Beispiel Englisch hört, habe ich bereits berichtet. Übrigens: auch mein bereits fast 5 Jahre alter Neffe hat keine große Freude daran, wenn er meine Schwester Englisch sprechen hört. Er ermahnt seine Mama dann genervt: Mama, sprich nicht Englisch!

Bei meinen Recherchen zur Phonetik im Zusammenhang mit dem Spracherwerb von Babys bin ich nun auf einen interessanten Artikel aus dem Jahr 2011 gestoßen (http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-13836-2011-08-30.html). Der Artikel spricht über ein Forschungsergebnis aus den USA, das im „Journal of Phonetics“ publiziert wurde und demzufolge sich zweisprachige Babys erst später auf die Sprache(n) festlegen als einsprachige Babys. Die Forscher haben herausgefunden, dass bilinguale Babys die typischen Sprachmuster ihrer beiden Muttersprachen erst mit ca. 10 bis 12 Monaten zu erkennen lernen. Bei einsprachigen Kindern sei dieser Prozess bereits mit 6 bis 9 Monaten abgeschlossen. Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler: das Gehirn zweisprachiger Babys bleibt offenbar länger „flexibel“; wahrscheinlich, um die größere Lautvielfalt besser verarbeiten zu können. Ich denke, dass das wohl der Grund dafür ist, dass zweisprachig erzogene Kinder in der Regel etwas später mit dem Sprechen beginnen als einsprachige Altersgenossen. Auch auf der Homepage www.mutterspracherwerb.de habe ich in diesem Zusammenhang interessante Informationen gefunden: Wenn das Lautinventar der Muttersprache(n) im Gehirn des Babys abgespeichert ist, dann reagieren die Säuglinge anscheinend nur noch auf Laute aus diesem Repertoire. Zum Beispiel können einsprachig Spanisch aufgewachsene Kinder das „ü“ aus dem Deutschen nicht von einem langen „u“ unterscheiden, das auch im spanischen Lautrepertoire vorkommt. Mein Mann, der erst mit rund 30 Jahren begonnen hat, sich intensiv mit den Lauten der deutschen Sprache auseinanderzusetzen, hat deshalb zum Beispiel große Probleme mit der Phonetik der Umlaute: Wörter wie „Tür“, „Knödel“ oder „Küken“ kann er selbst nach intensivem Aussprachetraining noch nicht korrekt bilden.


Hinterlasse einen Kommentar

Wie erreicht man Muttersprachler-Niveau?

Dass die Beherrschung mehrerer Sprachen in unserer globalen Welt einen beachtlichen Vorteil bringt, steht mittlerweile in den meisten Gesellschaften außer Frage. Diese Vorteile beschränken sich aber nicht nur auf die berufliche Laufbahn, sondern auch im persönlichen Alltag sorgt das Interesse für andere Sprachen und Kulturen, um nur ein Beispiel zu nennen, für einen weiteren Horizont.

Aber wie schafft man es, dass ein Kind eine zweite Sprache auf Muttersprachlerniveau beherrscht? Worüber sich Eltern von Beginn an im Klaren sein müssen: es bringt etwas Arbeit mit sich. Die Eltern müssen nämlich dafür sorgen, dass das Kind der Zweitsprache ausreichend lange und regelmäßig ausgesetzt ist. Außerdem sollte man darauf achten, ein einmal eingeführtes System beständig fortzusetzen und nicht laufend zu ändern. Damit sich eine Sprache auf muttersprachlichem Niveau entwickeln kann, müssen ungefähr mindestens 20 % der kommunikativen Handlungen im täglichen Leben des Kindes in dieser Sprache ablaufen. Je mehr unterschiedliche Personen mit dem Kind in dieser Sprache sprechen, desto besser. Kinder werden den Nutzen einer Sprache, die sie mit nur einer einzigen Person sprechen, bald in Frage stellen. Natürlich wird grundsätzlich auch empfohlen, dass gleich von Geburt an mit der zweisprachigen Erziehung begonnen wird. Das Gehirn Neugeborener ist nämlich noch wunderbar plastisch und formbar, und Experten zufolge beeinflusst die Zweisprachigkeit die weitere Entwicklung des Gehirns auf sehr positive Weise. Der beste Rahmen für das Erlernen einer Sprache auf Muttersprachlerniveau ist ein möglichst natürlicher Handlungsrahmen. Damit man von muttersprachlichen Sprachkenntnissen sprechen kann, müssen die Eltern für möglichst vielfältige Impulse sorgen. Die Sprache, die im Alltag des Kindes also am wenigsten gesprochen wird, sollte noch zusätzlich stimuliert werden – zum Beispiel mit den folgenden Möglichkeiten:

  • Reisen in ein Land, in dem die zweite Sprache gesprochen wird. Vor allem, wenn es sich um das Heimatland des zweiten Elternteils handelt, wird dieser Impuls fruchten. Dort wird das Kind nämlich mit zahlreichen Personen in der zweiten Sprache interagieren und die Bedeutung dieser Sprache in der Praxis kennenlernen.
  • Skype. Wenn die Verwandtschaft vom anderen Ende der Welt nicht regelmäßig persönlich zur Verfügung steht, kann man sich durchaus der modernen Kommunikationstechnologie bedienen und via Videotelefonie für Sprachimpulse sorgen.
  • Kontakt zu anderen Muttersprachlern durch ein Au-pair oder einen Babysitter; natürlich erschwert sich dieser Punkt, wenn man nicht in einer Großstadt mit ausreichend kultureller Vielfalt lebt.

In unserem konkreten Fall handelt es sich – zumindest derzeit – um eine sehr gute Kombination: Wir sprechen in der Familie ausschließlich Spanisch, leben aber in Österreich. Noch hört unser Sohn also vorwiegend Spanisch. Sobald der kleine Prinz aber ins Kindergartenalter kommt, wird er Deutsch viel häufiger benötigen als Spanisch. Dann gilt es für uns, neue möglichst natürliche Handlungsrahmen zu finden, damit unser Sohnemann ausreichend Spanisch hört und erlebt. Das Skypen haben wir selbst schon als gute Möglichkeit schätzen gelernt. Unser kleiner Prinz brabbelt auch mit den Video-Ecuadorianern ganz vergnügt, lacht mit ihnen und hört ihnen gespannt zu. Der Sommerurlaub nach Ecuador ist ebenfalls bereits gebucht. Ob wir auch einmal auf Au-pairs oder Babysitter zurückgreifen möchten, steht für uns derzeit aber noch in den Sternen.