Zweisprachig im Spektrum

Zweisprachigkeit und Autismus


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ESDM mit UK

Der Workshop bei LifeTool – eine tolle Einführung in MetaTalk und Modelling in der UK – hat mir wieder eine Menge neuer Ideen geliefert, wie man UK facettenreich, unterhaltsam und individuell auf das Kind angepasst in den Alltag integrieren kann. Romana Malzer hat sehr viele tolle Materialien vorgestellt und sämtliche Fragen beseitigt, die ich bis zu diesem Zeitpunkt hinsichtlich MetaTalk hatte. Ich modele so gut es geht mit MetaTalk zu Hause, gleichzeitig führen wir ein Tagebuch mit Etiketten zum Kleben, den Wochenplan, und im Kindergarten sowie bei der Autismustherapie arbeiten wir mit dem Plauderbuch.

Auch in unsere ESDM-Einheiten bauen wir UK ein. ESDM ist eine spielerische Therapieform, bei der zuvor eine ausführliche Diagnostik gemacht wird, in welchen Entwicklungsbereichen das Kind noch Unterstützung benötigt, und in Folge darauf von der Therapeutin ein „Spielplan“ überlegt wird, den man regelmäßig auch zu Hause durchspielt. Ich muss gestehen, dass ich anfangs etwas skeptisch war, doch wir hatten nun bereits unsere erste Anpassung des Spielplans, und ich bin sehr überrascht von den vielen kleinen Fortschritten, die der kleine Prinz macht UND was am wichtigsten ist: wir haben alle Spaß daran. Die kleine Fee macht genauso gerne mit wie der Papa, und durch die vielen Wiederholungen und guter Strukturierung nach TEACCH prägen sich die Lerninhalte beim kleinen Prinzen super ein. Es wird immer auch auf viel Bewegung geachtet, und obwohl es auf den ersten Blick nicht so schien, lassen sich die Einheiten gut in unseren Alltag einbauen. Es kam auch schon vor, dass ich an einem Tag gesagt hätte, dass wir den Tag ohne ESDM-Einheit beenden und der kleine Prinz ausdrücklich darum gebeten hat. Ein gutes Zeichen, finde ich.

Gerade im sprachlichen Bereich merke ich hier sehr viel Potenzial. Der kleine Prinz spricht bei den Reimen mit, führt mit mir gemeinsam die von Sprüchen begleiteten Zeichnungen aus und singt weiter, wenn ich aufhöre. Es gibt immer ganz viele Situationen, in denen der kleine Prinz etwas aussuchen darf: perfekte Kommunikationsförderer. Und durch die Kombination mit Symbolen stelle ich sicher, dass wir uns auch wirklich „verstehen“. Es ist zwar ganz schön viel Arbeit, das alles auszuarbeiten, vorzubereiten und auch konsequent umzusetzen, aber es lohnt sich allemal.

In wenigen Tagen kommt die Tante aus Ecuador für ein paar Wochen zu Besuch. Ich bin gespannt, wie es wird ;-). Zum Glück sind schon nächste Woche Osterferien, da mahlen die Mühlen jedenfalls schon einmal naturgemäß etwas langsamer …

 


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Erste Erfolge mit UK (Unterstützter Kommunikation)

In den vergangenen beiden Monaten waren es einerseits der fünfte Geburtstag des kleinen Prinzen plus Premiere für eine Geburtstagsparty mit Kindergartenfreunden und ein relativ spontan beschlossener Aufenthalt in Ecuador, die mich zu einer nicht ganz freiwilligen Pause auf dem Blog genötigt haben. Aber naja, ein Tag hat eben nur 24 Stunden, und ein bisschen Schlaf muss sein. Bevor nun der Trubel mit dem dritten Geburtstag der kleinen Fee weitergeht, setze ich mich lieber gleich hin und haue in die Tasten.

Im Herbst hatten wir damit gestartet, verstärkt die UK in unseren Alltag einzubauen. Einen Wochenplan sowie ein Ich-Buch in GoTalkNow hatten wir schon seit längerem im Einsatz. Nachdem ich auf eine tolle Empfehlung hin „Einander verstehen lernen“ von Castañeda und Hallbauer gelesen hatte, wurde mir früh klar, welche Chance die visuelle Stütze bei der Kommunikation für den kleinen Prinzen darstellt. Dass es dennoch beinahe ein Jahr dauern sollte, bis mir der „Knopf“ richtig aufgeht, hatte ich selbst nicht erwartet.

Das Ich-Buch hatte ich relativ rasch nach dem Erhalt des iPads inklusive Kommunikationsapps (GoTalk Now, MetaCom) für den kleinen Prinzen angelegt. Es freute mich sehr, wie häufig er es von sich aus öffnete und sich die einzelnen Informationen anhörte. Schon wenige Zeit darauf merkte ich, dass er plötzlich Inhalte aus dem Ich-Buch in realen Kommunikationen anwenden konnte. Zum Beispiel zu antworten, wie er heißt oder wie alt er ist, wie seine Oma heißt, wie sein Papa mit Vornamen heißt. Jetzt, ein Jahr später, habe ich das Ich-Buch zum ersten Mal aktualisiert – und der kleine Prinz verwendet es wieder regelmäßig. Er sieht es sich zwar nur alleine an und zeigt es nicht einer zweiten Person, aber es bringt ihn ja trotzdem in seiner Kommunikation weiter.

Auch bei den Informationen auf dem Wochenplan stellten wir rasch fest, wie gut er die Bilder mit den Aktivitäten verknüpfen und sich merken kann, was noch geplant ist für den aktuellen Tag. Übrigens: nicht nur der kleine Prinz. Auch die kleine neurotypische Fee profitiert sehr von der Verwendung der visuellen Hilfen.

Nun haben wir im Herbst damit begonnen, den Plauderplan, der auf der Website der Metacom-Symbole angeboten wird, für die Kommunikation einzusetzen. Auch der Kindergarten hat sich bereit erklärt mitzumachen. Die Idee wurde mir von zwei Fachleuten in UK empfohlen, die sich an einem Vormittag extra für den kleinen Prinzen Zeit genommen hatten. Sie arbeiten an einer Wiener Sonderschule, den Termin haben wir dank dem Einsatz eines Bekannten bekommen. Nun modeln wir schon seit knapp zwei Monaten mit diesem Plauderplan – und siehe da! Der kleine Prinz hat ihn ebenfalls schon dafür verwendet, etwas zu erzählen! Die kleine Fee findet den Plauderplan genauso sehr spannend und bittet mich immer wieder mal, ihr damit was zu erzählen.

Zu Hause bin ich nach längerem „Mit-mir-selbst-hadern“ nun auch endlich soweit, MetaTalk begleitend zu verwenden, wenn ich mit den Kindern spreche. Die visuelle Schiene scheint dem kleinen Prinzen sehr gute Dinge beim Verständnis von Sprache zu leisten – und er soll jede Hilfe haben, die es gibt. Natürlich ist auch hier nicht der kleine Prinz der einzige, der davon profitiert. Der kleinen Fee macht das irrsinnigen Spaß! Sie spricht zwar ohnehin schon wahnsinnig gut für ihr Alter, aber ihr Vokabular erweitert sich dank der Symbole jetzt noch schneller.

Im nächsten Monat steht erneut ein Termin mit UK auf dem Termin – diesmal bei LifeTool in Linz. Ich bin sehr gespannt, was ich davon berichten kann!